Den Menschen überlisten?
Karin Frick, Leiterin Research am Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon, wandte sich dem zweiten Teil des Tagungsmottos zu, dem nötigen Wandel des menschlichen Verhaltens, «wie ticken wir, und wie kann man das Ticken verändern?». Ihre Antwort darauf: Für die Energieversorgung könnten Modelle berechnet werden, aber für das menschliche Verhalten gebe es zwar Trends, die in eine Richtung zeigten, aber keine Gewissheiten. Einzelne Vorreiter, Trendsetter änderten ihr Verhalten zwar schnell, und die gesellschaftliche Akzeptanz im Energieverhalten ändere sich auch sukzessive, aber die «breite Basis» reagiere nur sehr träge – noch träger als die Energiesysteme. Oder noch klarer formuliert: Die Systeme seien effizienter geworden, der Mensch sei aber noch fast der gleiche wie vor 30 Jahren.
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| Karin Frick: «Bewusst konsumieren ist anstrengend.» |
Karin Frick machte auch auf den ironischen Zusammenhang hin, dass es dem Menschen viel Energie abverlange, sich zu ändern – «bewusst konsumieren ist anstrengend». Sie warnte auch vor einer Überforderung: Würden dem Menschen zu schnell zu viele Entscheide abverlangt, reagiere er mit einer Entscheidungsmüdigkeit und es komme im schlechteren Fall sogar zu einer Überkompensation vorbildlichen Verhaltens durch eigene «Belohnungen». Schädlich seien auch übermässige «Gängeleien». Doch für die Referentin überwiegen die Chancen die Probleme. In Anspielung auf das Forums-Motto sagte sie: «Die Physik kann man nicht überlisten, den Menschen schon.»
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