Gedanken eines Steuervogts
Moderator Thomas Gehrig war gerade in seinen letzten Ausführungen, als er durch einen «Störfall» jäh unterbrochen wurde: Ein resolut wirkender Herr mit Aktentasche ergriff das Wort «Sigmund von Treiber mein Name», von der deutschen Steuerfahnung. Allen, die sich trauten, sich als Deutsche zu «outen», drückte er ein Formular für eine Selbstanzeige in die Hand. Er zählte in rasender Geschwindigkeit Dutzende von Steuerarten auf und empfahl die Nachahmung: Dadurch könne die Energie für eine ganze Tasse Kaffee erzeugt werden. Er stellte zudem fest, dass die Wortwahl in Volkes Mund die Energiedebatte verinnerlicht habe: Heute wären gefährliche Menschen Restrisiken, müssten abgeschaltet oder zumindest heruntergefahren werden. Er empfahl auch reichen Kindersegen sowie in den Wohnungen installierte Ergometer für die Stromerzeugung: «Ab acht Kindern wird die Bude heller!»
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| Empfiehlt Fusel-Anleihen: Kabarettist Chin Meyer als deutscher Steuereintreiber. |
Einem Vertreter aus dem Publikum gab er einen heissen Tipp für ein Geschäft: Eine Beiz aufmachen und von Alkoholikern Schuldverschreibungen statt Geld annehmen. Über verschiedene Stufen von Inkasso und Derivaten lasse sich das Business extrem aufblasen. Es fehle dann nur noch ein entsprechendes Rating («das kommt wohl von ‹raten›») von Moody’s («also launisch»). Und am Schluss, wenn «ein kleiner Sparkassendirektor dann mal Geld sehen will», reiche die Zeit immer noch, die Schulden dem Staat zu überlassen und sich nach Marbella aufzumachen. – Komödiant Chin Meyer alias Sigmund von Treiber hatte einige Lacher auf seiner Seite.